Erzhausen hat Zukunft (Im Rathaus fehlt das Geld)

Die diesjährigen Erzhäuser Haushaltsberatungen waren etwas einfacher als in den Vorjahren, da mehrere Fraktionen, darunter die GRÜNEN, eine weitere Grundsteuer-Erhöhung schon im Vorhinein ausgeschlossen hatten und damit ein enger, aber klarer Rahmen gesetzt war.

Dies bedeutet aber leider nicht, dass die Finanzlage der Gemeinde besser geworden ist. Oder dass die Prognosen für die nächsten Jahre Licht am Horizont erkennen lassen. Die Gemeinde Erzhausen ist unterfinanziert und das wird auch so bleiben, solange sich nicht die Rahmenbedingungen der kommunalen Finanzierung ändern. Anders als manche hier im Ort behaupten, ist dieses Problem nicht hausgemacht, denn die Notlage der Kommunen ist landes- und bundesweit zu beobachten. Uns bleibt die Hoffnung, dass der politische Druck so stark steigt, dass Land und Bund etwas an dieser Situation ändern.

Ein anschauliches Beispiel: Die Gemeinde Erzhausen ist per Gesetz verpflichtet, die Kindertagesstätten für die Erzhäuser Kinder zu finanzieren. Diese Verpflichtung kostet uns, trotz Unterstützung durchs Land, jährlich ca. 2 Millionen €. Das sind 80% unserer gesamten Einnahmen aus der Grundsteuer, allein für diesen Zweck. Da bleibt nicht mehr viel übrig. Fragt man nun bei den Aufsichtsbehörden oder beim Land Hessen nach, was da zu tun sei, so hört man, man möge sich das Geld doch bitte bei den Eltern holen, durch Erhöhung der Elternbeiträge. Das ist zynisch, das lehnen die GRÜNEN ab. Denn so kann das auf Dauer nicht funktionieren.

Es hilft uns also nicht, die Schuld für diese Misere nur bei uns zu suchen und in der Folge die Gemeinde kaputtzusparen. Denn es gibt nicht mehr vieles, an dem man sparen könnte. Die Sparvorschläge der Erzhäuser Fraktionen sind allesamt sehr kleinteilig – eine Gebührenerhöhung hier, die Streichung eines neuen Gerätes für den Bauhof dort. Das sind Tropfen auf den heißen Stein. So beseitigt man kein Millionen-Minus, sondern verschlechtert lediglich die Leistungsfähigkeit der Verwaltung. Aufgabe der Ortspolitikerinnen und -politiker ist es doch, die Entwicklung der Gemeinde positiv zu gestalten und die Zukunft in den Blick zu nehmen, auch unter diesen schwierigen Bedingungen.

Denn Erzhausen hat Zukunft: Erzhausen entwickelt sich weiter, die Einwohnerzahl wird wachsen, sicherlich durch das Baugebiet Vier Morgen und möglicherweise auch noch durch weitere Baugebiete. Der Klimawandel wird den Ort in den nächsten Jahren nach und nach verändern, durch starke Hitze in den Sommern und vermehrte Unwetter im ganzen Jahr. Die Anpassung an diesen Wandel wird uns sicher Geld und Mühe kosten. Eigentümlicherweise scheinen GfE, SPD und CDU das anders zu sehen und davon auszugehen, dass der Klimawandel ohne Erzhausen stattfindet. Anders ist nicht zu erklären, dass diese drei mit ihrer Mehrheit eine 80%-Bundesförderung für eine Klimaanpassungs-Stelle glatt ausgeschlagen haben. So entgehen der Gemeinde über 200.000 €. Ein kostspieliger Fehler, der sich in den nächsten Jahren rächen wird, leider.

Aber zurück zum Wachstum der Gemeinde: Verwaltung, Kindertagesstätten, Feuerwehr und vieles mehr müssen mitwachsen, wenn die Einwohnerzahl steigt. Auch die Zahl und der Raumbedarf an öffentlichen Veranstaltungen, an Festen, die für ein soziales Miteinander und für ein lebenswertes Erzhausen sorgen, wird ohne Zweifel steigen. Was wie eine natürliche Entwicklung erscheint, ist für die Gemeinde Erzhausen eine große Herausforderung und wird in den nächsten Jahren für viel Gesprächsstoff sorgen und mutige Entscheidungen fordern.

Der Komplex aus Rathaus, Bürgerhaus und Feuerwehr ist stark sanierungsbedürftig und wird auch von der Größe der Anlage her nicht allen Zukunftsanforderungen gerecht. Beispielsweise fehlt es der Feuerwehr an Platz für zukünftig benötigte zusätzliche Fahrzeuge, um diesen einen Punkt herauszugreifen. Der entstandene Sanierungsbedarf ist wesentlich eine Folge von Sparmaßnahmen oder falschen Priorisierungen in der Vergangenheit – nötige Reparaturen wurden immer wieder hinausgeschoben.

In dieser schwierigen und unübersichtlichen Situation haben die Bürgermeisterin und der Gemeindevorstand richtig gehandelt und eine Machbarkeitsanalyse veranlasst, die die ganze Problematik gesamthaft beleuchtet und auch Zeit- und Kostenrahmen für mögliche Lösungen abschätzt. Das daraus entstandene, öffentlich abrufbare Dokument ist sehr aufschlussreich – eine Lektüre empfiehlt sich unbedingt –, aber auch ernüchternd, was die Kosten betrifft. Es werden dort verschiedene Szenarien berechnet, mit Kosten zwischen 15 und 22 Millionen €. Das sind Beträge, die weit über dem liegen, was die Gemeinde Erzhausen derzeit stemmen könnte.

Was also tun? Dazu muss jetzt genauer hingeschaut werden. Welche Fördermittel stehen zur Verfügung, um die genannten Kosten für die Gemeinde deutlich zu reduzieren? Gibt es alternative Ansätze zur Finanzierung? Gibt es weitere bauliche Ideen, wenn man z.B. Bauhof und anderen öffentliche Anlagen in die Betrachtung einbezieht? Das alles ist kompliziert und benötigt sicher einige Monate zur Beratung, z.B. durch einen Sonderausschuss. Das wird die Aufgabe der ab 1. April 2026 neu gewählten Gemeindevertretung sein.

Die Erzhäuser GRÜNEN setzen sich dafür ein, dass bei allem Spardruck die zukünftige Entwicklung der Gemeinde im Blick behalten wird. Dass Erzhäuser Leben sich in Vereinen und anderen ehrenamtlichen Initiativen entfalten kann. Dass Feuerwehr und Gemeindeverwaltung den Platz haben, den sie benötigen. Das alles ist in Gefahr, denn es wird ernsthaft darüber nachgedacht, das Bürgerhaus zu schließen und nötige Sanierungen weiter aufzuschieben – also die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. Das hätte unabsehbare Folgen für das gesellschaftliche Miteinander, für die Lebensqualität in Erzhausen. Die Erzhäuser GRÜNEN werden sich dagegen stemmen, für ein auch in Zukunft lebenswertes Erzhausen.

Was Sie tun können: Bei der Kommunalwahl am 15. März 2026 mit GRÜN stimmen.

Ihre Erzhäuser GRÜNEN

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