Wieder ein heißer Sommer, wieder viel zu wenig Regen. Nie zuvor wurden hier im August so viele Sonnenstunden gemessen wie in diesem Jahr. Es hilft kein Drumherumreden – der Klimawandel ist in Erzhausen angekommen. Ausgetrocknete Felder und Gärten, keine Abkühlung in der Nacht, vertrocknete Pflanzen und Bäume, der ausgetrocknete Hegbach – derart heiße und trockene Jahre werden keine Ausnahme mehr sein, sondern zum Normalfall werden. Wenn sich unsere Welt so stark verändert, müssen wir auch in Erzhausen vieles ändern. Wir brauchen mehr schattige Plätze und Wasser besonders für jene, für die die Hitze ein Gesundheitsrisiko darstellt. Wir müssen Sorge tragen, dass die bauliche Entwicklung in Erzhausen so vonstatten geht, dass der Ort einigermaßen vor Überhitzung geschützt ist. Und wir müssen unseren Teil dazu beitragen, dass die Klimakrise durch unnötigen CO-2-Ausstoß nicht noch zusätzliche Nahrung erhält. Das sind wir den jungen Generationen und deren Nachkommen schuldig.
Erzhausen ist mit ca. 8.000 Einwohner*innen eine vergleichsweise kleine Kommune, die Möglichkeiten der Verwaltung und unseres Bauhofs sind daher begrenzt. Aber ein paar Handlungsmöglichkeiten haben wir dennoch. Die Erzhäuser GRÜNEN wollen in diesen Tagen mit einer ganzen Reihe von Anträgen Impulse geben, die hoffentlich eine mehrheitliche Unterstützung durch die anderen Fraktionen finden, denn nur mit Mehrheit können die beantragten Maßnahmen auch umgesetzt werden. Dies sind unsere aktuellen Anträge:
1.) „Klimaresiliente“ Bepflanzung der öffentlichen Grünflächen in Erzhausen. Konkret beantragen wir dazu die Erstellung eines geeigneten Pflanz- und Pflegeplans für den Erzhäuser Bauhof. In der Praxis bedeutet dies: Mehr widerstandsfähige Bäume oder andere Schattenspender (z.B. Laubengänge), vollständige Beseitigung der öffentlichen Schotterflächen, ein planvolles Bewässerungsmanagement.
2.) Installation von öffentlichen Trinkwasserbrunnen in Erzhausen. In vielen Städten und Gemeinden stehen sie bereits, in südlichen Ländern gehören sie aus gutem Grund oft zum Ortsbild: Hitze erhöht den Flüssigkeitsbedarf der Menschen, öffentliche Trinkbrunnen sind ein Beitrag zum Gesundheitsschutz. Das hat auch das Land Hessen erkannt, das solche Brunnen großzügig finanziell gefördert. Diese Förderung möchten wir auch für Erzhausen nutzen.
3.) Beschilderung von ökologischen Ausgleichsflächen. Erzhausen verfügt über zahlreiche „ökologische Ausgleichsflächen“, deren Lage in der Bevölkerung aber kaum bekannt ist. Viele dieser Flächen befinden sich nahe am Ort und tragen damit zur Verbesserung des örtlichen Klimas bei. Wir möchten diese ortsnahen Flächen mit Erläuterungstafeln versehen, um sie besser bekannt zu machen und die Erzhäuser*innen dafür zu sensibilisieren, ihren Wert für uns alle herauszustellen und so zu ihrem Erhalt beitragen.
4.) Prüfung aller zukünftigen Maßnahmen der Gemeinde auf Klimarelevanz. Vor den Beschlüssen des Gemeindevorstands sollen in Zukunft verpflichtend zwei einfache Fragen beantwortet werden: Wird das Erzhäuser Binnenklima durch den Beschluss verbessert oder verschlechtert? Wird dadurch der CO-2-Ausstoß in Erzhausen erhöht oder verringert? So soll die Berücksichtigung von Klimabelangen zum festen Teil des Erzhäuser Behördenalltags werden.
Das ist ein Anfang, der die Möglichkeiten unserer kleinen Gemeinde nicht überfordert. Mehr Ideen, mehr Maßnahmen müssen kommen, damit Erzhausen auch in 10 oder 20 Jahren so lebenswert ist wie heute. Von uns GRÜNEN genauso wie von den anderen Fraktionen CDU, GfE und SPD und vor allem auch aus der Bevölkerung. Nur gemeinsam können wir die großen Aufgaben, die vor uns liegen, stemmen.
Klaus Süllow für Bündnis 90 / DIE GRÜNEN Erzhausen
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